Hallo, leider zählen Chinchis immer noch zu den Exoten und Fachleute bei uns hier auf dem Land?- Fehlanzeige! Also habe ich zahlreich Internet-Foren nach Hilfe durchsucht und bin schließlich hier gelandet, wo ihr mir hoffentlich helfen könnt...
Es geht um meine 15-jährige Boppel: charakterlich immer eher burschikos, gefräßig und neugierig, ist sie auf einmal sehr ruhig geworden. Seit ein paar Wochen hat sie sich angewöhnt nicht mehr runter am Boden in die Streu zu pieseln, sondern es lieber oben direkt vom Dach des Häuschens aus runterlaufen zu lassen. Gefällt mir natürlich gar nicht, denn Urin aus Holz zu reinigen, ist so gut wie unmöglich, aber ich denke, sie macht es halt aus Bequemlichkeit, weil sie vil nicht mehr so gut rauf und runter kann (meine beiden Chinchis bewohnen eine ca. 1,50m hohe Vogelvoliere mit Futter- und Badestation ganz unten und oben unter`m Dach 2 Häuschen). Köttel sind normal (wobei die meiner Boppel eher immer etwas "überdimensionierter" waren) und Futter geht auch weg. Allerdings waren die letzten beide Male noch Heu übrig- was eigentlich immer ziemlich aufgefressen wurde. Gestern abend, als ich den beiden Leckerchen gab (Rosinen und 2 Haselnüsse), war mein Julchen (sonst eher zurückhaltender) deutlich schneller am Futtern als meine Boppel. Die wählte zunächst nur die Rosinen und als ich ihr eine Nuss gab, fraß sie diese für ihre Verhältnisse sehr langsam und mir fiel auf, dass viel kleine Nusssplitter zu Boden fielen (normal frisst sie alles komplett auf). Dann fiel mir auf, dass sie den ganzen Abend ziemlich weit unten auf dem Sitzbrett hocken blieb und sich von Julchen nicht zum Bewegen animieren ließ. Ich dachte, dass lag daran, dass ich vorher versucht hatte, das vollgepieselte Häuschen und zu reinigen, und die Julchen beim Rumspringen das (kurzzeitig entfernte Häuschen) anspringen wollte und dabei abgestürzt war. Am nächsten Morgen war Boppel wieder ganz oben im "Gemeinschaftshäuschen" und hat mir begierig wie immer das Stückchen Möhre aus der Hand gerissen- Allerdings hat sie auch das nicht ganz gefressen. Der Rest lag später am Boden und Boppel selber saß wieder ganz unten in der Ecke. Also bin ich (zum Glück habe ich heute frei) gleich mit ihr zum Tierarzt, habe erzählt, dass ich Probleme mit den Zähnen vermute und dass ihre Zwillingsschwester vor 5 Jahren aus diesem Grund getorben ist (ich habe bei ihr viel zu spät erkannt, dass was nicht stimmt, da Hoppel immer die "Wählerischere" von beiden beim Fressen war, und als ich bemerkte, dass was nicht stimmt und ich zum Tierarzt bin, hat der erste das Problem auch nicht gleich erkannt, die nächsten zwar dann schon, haben aber auch zu zögerlich behandelt, weil sie sie für zu schwach für eine Narkose hielten; kurz: ich habe der Kleinen 2 Wochen beim Sterben zugesehen! Auch wenn sie schon 10 jahre alt war- sie hätte noch älter werden können...). Um es nun bei Boppel besser zu machen, hatte ich gedacht, der TA macht Narkose und untersucht alle Zähne gründlich. Nix- er knipste die einzige kleine Kante ab, die er sah (wobei er noch das Zahnfleich verletzte), gab zwei Spritzen und gut! Boppel hat sich nach unserer Rückkehr erstmal wieder nach unten ins Sandbad verzogen (allerdings ohne zu Baden!), inzwischen liegt sie aber doch wieder oben bei Julchen im "Stammhäuschen". Was soll ich jetzt machen? Ich bin unzufrieden mit meinem TA, denn damals in der Tierklinik sagte die Ärztin, dass man Zahnprobleme eigentlich nur unter Narkose richtig erkennen könne. Warum hat mein TA also keine gemacht? Noch ist Boppel kräftig (gestern 585g, vor 3 Jahren waren`s sogar mal 650g) und ich habe angst, dass bei längerem Abwarten ihre Kondition zu stark nachlässt- immerhin ist sie mit 15 Jahren schon ein sehr altes "Raff"! Ich habe auch nochmal in der Tierklinik angerufen, in der ich damals mit Hoppel war, aber die wollen erstmal nur, dass ich so zur Untersuchung vorbeikomme, dann eine Termin für eine Narkose ausmache. Sorry, es soll ja am Geld und der Zeit nicht scheitern, aber erstens habe ich heute schon mal 26 Euro (für in meinen Augen "Nichts") bezahlt, und da ich berufstätig bin, habe ich leider auch nicht so viel Zeit um die tierärztliche Sprechstunde zu erwischen. Hoppel`s Rettungsversuche haben mich seinerzeit 160 Euro gekostet, die ich gerne für ihre Rettung ausgegeben hätte. Doch leider habe ich damit nur ihr Sterben hinausgzögert...Daher möchte ich diesmal gleich Taten sehen, eine klare Diagnose und Abhilfe.
Meine Fragen daher nochmal an Euch: TA wechseln oder nochmal zum eigenen TA mit der Bitte um sofortige Narkosebehandlung? Hat jemand von Euch Erfahrung mit alten Tieren (oder wie`s ist, wenn sie von Alter`s wegen zugrunde gehen?) Ist vil tatsächlich schon Boppels Zeit gekommen? Freue mich über jeden Ratschlag, besonders wenn ich Leute treffen könnte, die sich mit alten Tieren auskennen. Ich kenne leider nur Chinchillahalter mit jüngeren Tieren, und der Unfähigkeit bzw. Unkenntnis vieler Tierärzte sei Dank kenne ich genug Fälle, wo Tiere schon mit 3-5 Jahren das Zeitliche gesegnet haben. Nichtzuletzt ein Männchen, das ich mal hatte, wurde von seinem neuen Besitzer zum TA gebracht und im zarten Alter von 5 Jahren auf Kreislaufschwäche behandelt, weil sich das Tier nicht mehr bewegt hat. Als mir die Besitzerin im Nachhinein den Käfig zurückgab, lagen da noch Kotböhnchen drin- 1-2mm groß bzw. klein: der arme Kerl ist garantiert an Darmlähmung schmerzhaft eingegangen, doch der Tierarzt hat nichts bemwerkt. Auch die neue Besitzerin nicht, obwohl ich sie damals drauf hingewiesen hatte, dass das Männchen von Zeit zu Zeit mit Verstopfung zu kämpfen hat...
Hallo Bink, meine Lilly ist jetzt ganz frisch in ihr 16tes Jahr gestartet und hat schon einiges hinter sich. Sie ist seit knapp anderthalb Jahren nach einer Hinterlaufamputation (Unfall) zu einer noch ruhigeren Maus geworden, als sie es eh schon war. Ehrlich gesagt sitzt sie einfach nur trantütig im Käfig rum. Nur wenn es Leckerchen gibt oder das Futter nachgefüllt werden muss, dann kommt sie mal in Schwung. Das baden ist altersbedingt ebenfalls mit sehr vielen Pausen verbunden. Manchmal bleibt sie für fast eine Minute einfach tot auf der Seite liegen, es ist ihr einfach zu anstrengend.
Trotz aller Gemütlichkeit ist sie ein zähes Tierchen und lässt sich gesundheitlich fast nicht klein bekommen. Es sind wohl recht häufig Erkältungen da, aber das bekommen wir meistens schnell wieder in den Griff. Ansonsten machen es die Augen bei ihr nicht mehr so gut - unter anderem hat sie ständig ein Matschauge, weil die Tränenflüssigkeit nicht mehr richtig funktioniert.
Auch sie hat (obwohl sie wie gesagt sehr gemütlich ist) mal aktivere Phasen in denen ich mir denke "Naja, da holt sie das Alter jetzt aber doch ein" und dann kommt wieder eine Phase, wo ich mich darüber freue, wie gut es ihr plötzlich wieder geht. Mein Tierarzt fragte mich letztens, ob das Geburtsdatum im PC ein Tippfehler wäre
Er meinte ein so altes Chinchilla wäre wie ein hundertjähriger Mensch - selten, aber wenn dann trift es meistens die zähen Knochen. Geistig ist sie übrigens noch voll da.
Aber nun mal zu Boppel. Hat der TA nur vorne oder auch hinten kontrolliert? Meiner macht das auch nicht unter Narkose. Ich denke er würde erst narkotisieren, wenn es sich um einen größeren Eingriff handelt. Zugegeben, ich hasse auch die kleinen eingriffe. Aber einige TAs finden die Narkose risikoreicher als den Stress beim behandeln. Es lässt sich also darüber streiten.
Wenn er vorn und hinten kontrolliert hat, dann kannst du das ganze nur im Auge behalten - inklusive Kot. Wahrscheinlich (und verständlich) bist du wegen der Geschichte mit ihrer Schwester sehr sensibel eingestellt.
Tierklinik hört sich erst einmal nicht nach Wiesendoktor an. Die haben meistens auch bei Kleintieren ein entsprechendes Einzugsgebiet, da sie als Klinik ständig verfügbar sind. Bei uns gibt es halt verschiedene Ärzte in der Klinik und die einen sind auf Kleintiere spezialisiert (oder machen etwas mehr davon), die anderen bleiben freiwillig bei Hund und Katze. ich verlange einfach den TA, der von Kleintieren am meisten Ahnung hat ;-) Inzwischen habe ich dort aber einen festen Doc. Auch so gibt es mal Meinungsdifferenzen zwischen uns, und das wirst du mit jedem Tierarzt haben. Aber wir finden meistens eine gute Basis und wenn ich mal mit seinen Methoden nicht einverstanden bin, dann sage ich es ihm. Das sollte man aber diplomatisch tun. Inzwischen gibt es dann einen Kriegsrat und wer seine Seite am besten begründen kann gewinnt.
Hast du mal in die gängigen Tierarztlisten gesehen, ob ein anderer in der Nähe ist oder was die Meinungen zu deiner Klink sagen? http://tierarztliste.chinchillahilfe.de
vielen Dank für deine Antwort. Besonders, wenn du mir von deinem alten Chinchilla erzählst, das sich ähnlich verhält. Dann ist Boppels am Käfigboden-Rumsitzerei wohl wirklich nur dem Alter zuzuordnen. Immerhin geht sie tagsüber meist doch nach oben in ihr Schlafhäuschen, also ist sie durchaus noch fit genug zum Hochspringen...
Ich bin gestern nochmal zu einem anderen Tierarzt gegangen. Ich habe lange rumtelefoniert und schließlich von dort, wo ich meine beide Zwillingsmädels seinerzeit herhatte, den Tipp von diesem TA bekommen. Zwar habe ich die Liste der Tierkliniken durchgelesen (danke nochmals für den Link), aber das nächste wären für mich Hof oder Nürnberg- jeweils eine Fahrtstunde entfernt. Gut, wenn es sich um kurze Therapien handelt geht das ja, muss ich aber öfter mit meinem Tierchen hin (wie damals mit Hoppel), lässt sich das schwer mit der Arbeit in Einklang bringen...:-( Jedenfalls habe ich von dem TA einen guten Eindruck in bezug auf seine fachliche Qualität in bezug auf Nagetiere bekommen. Er untersuchte Boppel kurz, meinte, ihre hinteren Zähne wären eher zu kurz als zu lang und hat mir Aufbaufutter sowie Spezialvitamine mitgegeben. Was mich sehr betroffen, um nicht zu sagen wütend, gemacht hat ist die Tatsache, dass er ihre Augen betrachtet hat und sagte, ihren Grauen Star hätte man behandeln können. Vor 5 JAhren, als eben ihre Schwester starb, hatte ich Boppel mit in der Tierklinik und gefragt, was mit ihrem Auge los ist (damals war`s erst eins!). Antwort war sowas wie "das ist halt so, da macht man nicht viel dran!". Sicher war Hoppels Behandlung damals viel dringender, aber hätte ich Boppels Erblindung verhindern oder hinauszögern können, hätte ich das doch getan! Nun ist der Zug jedenfalls abgefahren, denn ich denke, nur der Versuch ihre Blindheit mit täglichem Einfangen und Tropfen verabreichen zu mindern ist den Stress für das alte Tier nicht wert. Trotz ihrer Augen kommt sie gut im Käfig zurecht (im Freilauf läuft sie halt weniger und springt nicht mehr auf die Möbel), also wozu ihr das Zumuten? Aber wieder einmal bin ich tief enttäuscht von den Tierärzten (das waren damals jene in der sogenannten "Tierklinik", im Grunde lediglich einer Gemeinschaftspraxis von damals 2 Tierärzten!), denn hätten die gründlicher hingesehen, könnte Boppel vil heute noch sehen...
Ich hoffe, dass Boppel bald wieder zu ihrer alten Gefräßigkeit aufläuft und vil noch 2-3 Jahre bei uns bleibt...
Tiermedizin ist ein gewaltiger Unterschied zur Humanmedizin, weil leider immer wieder viele Eingriffe - bei denen man beim Menschen nicht eine Sekunde zögern würde - als zu unnötig oder zu teuer abgetan werden. Leider fragen die TAs die Halter aber nicht mal danach - und wir haben keine Medizin studiert. Ich hatte es schon mehrfach, dass hinterher ein "ja, hatte ich auch kurz dran gedacht" vom TA zurück kam und das macht mich dann ebenfalls mächtig sauer. Wenn es etwas gibt, dann will ich das wissen und selber entscheiden, ob ich mein Geld notfalls in den rauchenden Schornstein werfe.
Mit Blindheit kommen Tiere gut zurecht. Wenn sie noch nach oben hüpfen kann, dann kennt sie sich in ihrem Käfig aus. Zu der Behandlung kann ich dir nur von meiner Maus erzählen.
Auf dem rechten Auge ist die Tränenflüssigkeit zu zäh, der Wasseranteil ist nicht mehr hoch genug. Das gibt trockene Augen und irgendwann Kniesbildung, so dass das Auge zu klebt. Man kann es behandeln, indem man z.B. künstliche Tränenflüssigkeit einsetzt. Anfangs habe ich das alle 2-3h, dann habe ich auf ein Gel gewechselt, das bis zu 6 Stunden hält und bin auf drei Mal am Tag runter. Lilly ist super gutmütig und hat mich niemals auch nur schief angesehen. Nach ein paar Wochen Behandlung (die Besserung, aber keine Heilung brachten) ist sie stiften gegangen, wenn ich in das Zimmer kam. Bei einfangen musste ich wirklich fangen und als sie dann noch anfing mich akustisch anzumotzen wusste ich, dass die Erträglichkeit für sie weit überschritten ist. Sie hat lieber mit nem verklebten Auge in der Voliere gesessen als sich ständig von mir reinigen und benetzen zu lassen.
Wir haben ein Friedensabkommen geschlossen. Alle zwei, drei Tage reinige ich ihr Auge, damit es sich nicht entzündet. Ansonsten lasse ich sie in Ruhe. Klar, wenn das Auge mal richtig auffällig wird, dann greife ich kurzzeitig schon so weit wie nötig ein.
Freilauf mag Lilly gar nicht mehr, schon seit knapp 2 Jahren. Die Voliere steht offen, sie kommt an die kante gehoppelt und schaut ihrem Käfiggenossen zu. Setze ich sie raus, dann ist sie innerhalb von 45 Sekunden wieder grummelnd in die Voliere zurück.
Boppel könnte sich natürlich ähnlich verhalten, aber das Verhalten sollte sich nicht zu schnell verändern. Meine ist da rein gewachsen, nach und nach. Wenn sie gerne unten sitzt, dann stell ihr unten einen zusätzlichen Napf und Heu hin. Aber zu faul sollte sie auch nicht werden.
Ich denke, bei dem neuen TA seid ihr in guten Händen - und fahrerei habe ich auch, obwohl ich mit meinem nicht 100% zufrieden bin